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Ausgespielt. Von Thomas Blubacher.

Eine Kriminalgeschichte aus dem Jahr 1938. Schön und sehr glaubhaft dank guter Recherche.
Ein Buchcheck von Daniel

Ich bewundere Autoren oder Autorinnen, die versuchen ihre historischen Interessen (z.B. in Kunst, Musik oder anderer Kultur) anstatt in trockenen Sachbüchern, besser in spannenden Kriminalromanen zu verarbeiten. Das gelingt bei weitem nicht allen. Thomas Blubacher, dessen Werke im Zytglogge-Verlag erscheinen, macht das recht gut.

Sein aktueller Kriminalroman – Ausgepielt – platziert er in die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und bedroht damit einen seiner Protagonisten. Dann spielt die Geschichte bei Filmaufnahmen in einem Tonfilm-Studio in Münchenstein/BL. Und das im Jahre 1938! Da braucht es viel Recherche und Interesse um ein Filmset zu beschreiben, welches vor über 80 Jahren Realität war. Wie wurde dazumal ein Film gedreht? Welche Beleuchtungen? Welche Kameras? Wie haben sich die "Stars" von damals bewegt und benommen?

Dann wird auch die Polizeiarbeit dieser Zeit beschrieben (obwohl da sicherlich viel «künstlerische Freiheit» angewandt wurde…). Der Onkel eines der Protagonisten leitet die Ermittlung, nicht zuletzt indem er sich ab und zu in den «Löwenzorn» begibt: «Er hatte keine Lust, sich zu Hause von der Regierung, wie in letzter Zeit jeden Tag, Vorträge über Hungerkuren, Massagen oder den Nutzen von Marienbader Brunnensalz anzuhören…Vor allem aber hatte er Lust auf einen währschaften Wurstsalat mit einem schönen, kalten Panaché». Was für eine Wohltat, wenn man auf die ewigen Hetzereien in den TV-Tatort-Krimis denkt, wo in Autos durch die Gegend gefahren wird und die alle in 90 Minuten durch sein müssen….

Blubacher beherrscht die Kunst, diese historische Zeit ins Buch zu bringen. Schon alleine der Eingangssatz des 12. Kapitels, in welchem er das Bureau (nicht Büro) des Kommissärs (nicht Kommissar) beschreibt: Es riecht nach «…. Rauch, Staub und Bodenöl». Und Staehelin (eben der Kommissär) sitzt seit «Stunden an seinem Pult und starrte auf die Liste der Personen»… Heute wäre das undenkbar, weil sowohl Handy wie Computer keineswegs ein «stundenlanges Starren» zulassen würde. Und «Rauch» oder «Bodenöl» riecht man sowieso in keinem modernen Büro aus unserer Zeit.

Das Buch kostet in der Schweiz CHF 26.90. Das ist viel für ein Taschenbüchlein mit knapp 160 Seiten. Aber gerechtfertigt für eine schöne Geschichte aus ebenjener Zeit. Im Netz bekommt man das Buch auch für 17.10 (nalda.ch) oder in Deutschland für € 22.00.

Kaufempfehlung: Ja. Aber wenn Sie nicht unbedingt in eine Buchhandlung gehen müssen – vergleichen Sie die Preise…

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