Kennen Sie das? Sie stehen vor der Auslage in einem Buchladen und sehen ein Buch, welches die Nr. X in einer Serie ist, welche sie schon seit Anbeginn mitlesen. Dann kaufen Sie das Buch. Blind. Ohne den Klappentext zu lesen oder die Rezensionen zu prüfen. Das freut den Verlag, den Autor (oder die Autorin) und mich. Eine Win-win-win-Situation auf welcher wohl der grösste Teil der Motivation eines Autors aufgebaut ist…
So geht es mir mit den Krimis um Kommissär Ferrari und seiner Assistentin Nadine aus Basel. Wann immer die typischen schwarz/roten Covers dieser Ferrari-Bücher auf dem Tisch liegen, wandern sie in meinen Einkaufskorb.
Anne Gold (die in Tat und Wahrheit ganz anders heisst und auch keine Frau ist) schreibt nun seit Jahren Krimis mit dem Basler Ermittlerduo. Seit bald 20 Jahren erscheint jährlich ein Ferrari-Krimi und damit ist er, wenigstens was die Kadenz betrifft, in der Brunetti-Liga.
Wer jeden Band gelesen hat – und ich bekenne mich dazu – merkt auch, wie sehr sich der Schreibstil von «Anne Gold» geändert hat. Der vorliegende Band liest sich geschmeidig, logisch und ohne überraschende Perspektivenwechsel. Ganz im Gegenteil zu Band 1, bei dem man sich wesentlich mehr anstrengen musst.
Gleich geblieben ist die unaufdringliche «Basiliensis» in den Romanen. Basel ist nicht Berlin, wo man 40 Tatort-Krimis abdrehen kann, ohne auch nur einmal den Tatort in die Nähe eines vorherigen zu legen. Basel ist dagegen ein Dorf. Aber «Anne Gold» schafft es, Basel unaufgeregt aber permanent zu zeigen und zu beschreiben. Kein Reiseführer, aber eine Orientierungshilfe. Wenn eine ausserkantonale Leserin alle 20 Bände intus hat und noch nie in Basel war, dann weiss sie mittlerweile, welches Quartier sie nur in Begleitung betreten sollte…
Die Plots haben auch an Qualität und Spannung gewonnen. Eine spannende und rasante Geschichte wartet auch im vorliegenden Band auf die beiden Ermittler.
Und der Stammleser (oder die -in) lässt es sich gefallen, dass die Protagonisten der Ferrari-Krimis allesamt nicht älter werden. Es ist und bleibt eine fiktive Serie. Und da darf man die Menschen jedes Mal gleich alt sein lassen. Wie dereinst Jerry Cotton, der nach seinem ersten Fall 1954 noch heute ermittelt, als wäre er 35.
Kaufempfehlung: Steigen Sie ruhig ein in die Serie. Sie wird noch lange weitergehen…