Das ist für den Autor ein «Lucky Punch» (und für die Betroffenen natürlich eine Katastrophe): Sein neuester Krimi mit dem taxifahrenden Ermittler Alapont und dem Thema «Wasser und Macht Valencia» war schon fertig geschrieben und beim Verlag zur Produktion, als über Valencia die Katastrophe hereinbrach und am 29.10.2024 die Stadt unter Wasser setzte. Izquierdos Heim war knapp ausserhalb der überschwemmten Zone. Dieses Ereignis und die mehrmals im Buch erwähnte Flut, die bereits 1957 Valencia heimsuchte, geben dem Buch «Gefährliches Wasser» eine geradezu unheimliche Authenzität. Der Verlag reagierte umgehend und ermöglichte es dem Autor in allerletzter Minute ein «persönliches Vorwort» zu verfassen und sich mit dem Opfern der Flut(en) zu solidarisieren.
Ja und dann ist da natürlich auch noch das Buch an sich. Ich habe an dieser Stelle auch den Erstling von Izquierdo gecheckt und wir haben damals festgestellt, dass das Buch ein schöner Reiseführer durch Valencia, verbunden mit einem Kriminalfall, geworden ist.
Ich hoffe sehr, es gäbe da draussen ein paar Menschen, die zuerst den ersten Fall, dann den zweiten und nun den vorliegenden dritten Ermittllungsfall mit Alapont, dem abgehalfterten Kommissar aus Valencia, der nun mit Taxifahren und eben «Hobbyermitteln» seine Paella verdient gelesen haben. Denn diese LeserInnen werden mir vielleicht beipflichten: Es ist augenscheinlich, wie der Autor sich entwickelt hat. Das eher dünne Buch Nr. 3 (216 Seiten) erzählt die Geschichte um das «Wassermanagement» und die damit verbundenen Tricksereien und eben auch Straffälle sehr stringent, ohne riesige Nebenschauplätze, mit genau der richtigen Dosierung von «Reiseführer» und mit einer verständlichen und gut lesbaren Sprache. Izquierdos «Alapont» kann sich ohne weiteres zu Kollege Brunetti in Venedig oder zu Montalbano in Vigatà gesellen. Er braucht sich weder im Stil noch in der Qualität zu verstecken.
Ja, ich gebe an dieser Stelle zu, dass der Autor und ich uns seit ein paar Jahren kennen (wir stammen beide aus demselben Dorf bei Basel). Aber ich habe mit ihm einen Deal: «Wir checken Dein Buch. Wenn es nicht gut ist, dann schreiben wir das!».
Deshalb kann ich mit gutem Gewissen festhalten: Das Buch «Gefährliches Wasser» von Daniel Izquierdo-Hänni ist ein gutes Buch. Tragischerweise sehr aktuell. Und ein paar Schritte weiter als seine Vorgänger. Es macht Spass, mit Alapont in Valencia umher zu streunen.
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